express 09/10 2017 ist erschienen!

Inhalt

Gewerkschaften Inland

Betriebsspiegel

  • Anton Kobel: »Metro: Auf-, Um- und Abbau« – Folgen kapitalistischer Akkumulation für Beschäftigte und Gewerkschaften S. 6

Internationales

Rezensionen

  • Anton Kobel: »Wenn Betriebe zu Netzwerken werden…« – Carsten Wirths Untersuchungen der Entwicklungen im Einzelhandel S. 5
  • Anton Kobel: »Streik und Menschenwürde« – Gerhard Kupfers Band über den Streik gegen Leiharbeit bei Mercedes Bremen S. 7
  • Wolfgang Völker: »Ein Sturm weht vom Paradiese her« – Ein Sammelband über das utopische Denken André Gorz` S. 17
  • Heiko Maiwald: »Zwischen Organizing und Ökonomisierung« – Eine illustrierte Geschichte der Sozialen Arbeit S. 20

Bildnachweise:
Die Bilder dieser Ausgabe zeigen August Spies & Konsorten – sie stammen aus einer Ausstellung, die im Auftrag des Kasseler DGB erstellt wurde: „August Spies – Ein nordhessischer Sozialrevolutionär in den USA“. Die Ausstellung, die aus zehn Roll-Ups besteht, kann in andere Städte ausgeliehen werden. Kontaktaufnahme über den DGB Nordhessen: kassel@dgb.de
Weitere Informationen und ergänzendes Audiomaterial zur Ausstellung finden sich auf der Seite http://nordhessen.dgb.de
Wir bedanken uns recht herzlich für die Überlassung der Bilder und verweisen auf die Seiten 2 und 3 dieser express-Ausgabe, auf denen die August Spies Gesellschaft uns mit ihrem Namensgeber und dessen politischem Wirken vertraut macht.

 

Editorial

Geneigte Leserinnen und Leser,

während in Berlin noch über der Jamaika-Koalition gebrütet wird, haben wir schon den Soundtrack für (den Widerstand gegen) die neue Regierung und ihre rechte Opposition: Sicher sind wir nicht die ersten und auch nicht die einzigen, denen bei Jamaika sofort »I shot the Sheriff« einfällt… Und ich schwöre, es war Selbstverteidigung!

Der Rechtsruck, der gesellschaftlich schon seit langem präsent ist, hat sich nun auch parlamentarisch manifestiert. Die rechten Volksparteien »haben die Botschaft verstanden« und wollen nun auch weiter nach rechts rücken – unter Berufung auf ganz große Demokraten wie FJ Strauß. Derweil geht in der öffentlichen Debatte unter, dass das Wiederaufleben der FDP ähnlich bedrohlich ist. Andererseits wird sich die Illusion, dass die GRÜNEN eine irgendwie linke Partei sei, mit ihrer Jamaika-Strategie hoffentlich endgültig erledigen. Ansonsten erwarten wir eine Fortsetzung dessen, was Didier Eribon in einem erbosten Artikel als Charakterisierung von Emmanuel Macrons Politik beschrieben hat: ökonomischer Neoliberalismus sowie autoritärer Konservatismus – »eine große Bedrohung für Kultur, Freiheit und die Zivilisation« (siehe: »Das ist nicht mein Präsident. Warum ich Emmanuel Macron zur Eröffnung der Buchmesse nicht zuhören will« Süddeutsche Zeitung, 10. Oktober 2017).

Anstatt nun kostbares Papier zu vergeuden für weitere Spekulationen über die nächste Regierung, haben wir es für diese Ausgabe vorgezogen, den Wahlen keine weitere Aufmerksamkeit zu schenken und uns stattdessen den Mühen der revolutionären Ebene zu widmen: Wir sprechen mit Meryem Ça  über Gewerkschaftsarbeit unter widrigen Bedingungen in der Türkei, wir erinnern an August Spies, einen amerikanischen Gewerkschafter (mit deutschem Migrationshintergrund), der an den Haymarket-Protesten beteiligt war, und dem wir letztlich den 1. Mai als Tag der Arbeit zu verdanken haben. Wir diskutieren ausführlich die Tarifentwicklungen im Einzelhandel und folgen der steifen Brise, die aus dem Osten weht: Die Ostwindtagung in Berlin gibt Anlass zu einem interessanten Schlagabtausch zur Funktion und Rolle von Betriebsräten, an den die beiden Texte zu Gerhard Kupfers Buch über »Streik und Menschenwürde« anknüpfen können.

Bleib eigentlich nur noch, auf unseren Spendenbrief hinzuweisen. Als wäre diese Ausgabe nicht schon dick genug… Bitte beachtet auch die Seite 21.