der express 12/2018 ist erschienen!

…und ausnahmsweise schon jetzt komplett online im Archiv!

Inhalt

Gewerkschaften Inland

Betriebsspiegel

  • Samantha Winslow: »Streik über sieben Zeitzonen« –US-weiter Arbeitskampf in den Marriott-Hotels       5
  • Marius Bickhardt: »Palastrevolution«–  LeiharbeiterInnen in einem Pariser Luxushotel streiken für sich und Stammbeschäftigte                 6
  • Peter Balluff: »Der große Bluff« – Die Fusion von Karstadt und Galeria Kaufhof: keine Stärkung des Einzelhandels, sondern ein Immobiliengeschäft 6
  • »Bewegung im Elfenbeinturm« – Großer Unmut der Beschäftigten an der Uni Kassel über krankmachende Befristungen         9

Internationales

Rezensionen

Bildnachweise:
Es ist, so werden Zynikerinnen und Zyniker wohl kommentieren, doch überall das Gleiche: Diejenigen, die sich um das Notwendigste kümmern – ums Essen, die behagliche Bettstatt, die gepflegte Unterkunft – sind mitnichten die, deren Tun und Schaffen die größte Wertschätzung erfährt, weder was das Renommee noch was den Lohnzettel betrifft. Technische Neuerungen dienen im Zweifel nicht dazu, das Leben angenehmer zu machen, sondern der Intensivierung der Ausbeutung. Und wo lautstark Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit propagiert sind, ist bei genauerem Hinsehen auch nur eine Strategie zur schleichenden Entrechtung der ArbeiterInnen zu erkennen. Bei allem Zynismus gibt es aber auch Perspektiven der Gegenwehr, und davon handeln mehrere Texte dieser Ausgabe: von Gewerkschaftsarbeit im Hotel- und Gastrogewerbe. Passend dazu haben wir uns bei Flickr.com mit Bildern aus der Branche versorgt, die dort unter Creative Commons-Lizenz veröffentlicht sind. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!

Editorial


Geneigte Leserinnen und Leser,

vielleicht hat die Kapitalseite ja doch recht und uns steht eine »Industrie 4.0« bevor, die unsere Art des Arbeitens zum Positiven wandelt? Wir waren jedenfalls in den Tagen der Produktion dieser Ausgabe ganz dankbar über die Errungenschaften der »Digitalisierung«, die uns die Alternative: »unbedingte Solidarität mit dem Streik der Bahn-KollegInnen oder Produktion einer kapitalismuskritischen gewerkschaftsnahen Zeitung?« ersparte. Dank modernster Technik (etwa einem analogen Telefon) lässt sich eine Zeitung auch via Homeoffice erstellen.

Einen zeitlichen Puffer hätte es in der Jahresabschlusszeit nicht gegeben – wir wollten Euch unbedingt eine nicht allzu besinnliche Weihnachtslektüre über die Feiertage und zwischen den Jahren verehren. Eine Verschiebung von Redaktionsschluss und Umbruch hätte diese Ausgabe erst nach den Feiertagen in Eure Briefkästen flattern lassen.

Wobei »flattern lassen« ein Euphemismus ist. Wir müssen Euch, geneigte Leserinnen und Leser, ja nicht sagen, dass auch diese Zeitung´durch die harte Arbeit der PostbotInnen und KurierfahrerInnen bei euch ankommt. Wobei wir reinen Gewissens sagen können: Der express macht das Gewicht, dass diese KollegInnen täglich heben und über Kilometer schleppen müssen, ja nicht aus.

Bei aller Solidarität mit den KollegInnen aus dem Brief- und Paketverkehr: Wir würden uns wünschen, dass sie ein paar mehr Ausgaben des express herumtragen und dafür vielleicht die eine oder andere Amazon-Retoure weniger. Was uns dazu bringt, auf unsere schönen neuen Abo-Prämien zu verweisen, die wir gerne auch einem Geschenk-Abo beilegen.

Die Weihnachts- (oder: für die AtheistInnen und AgnostikerInnen: Winter- oder Glühwein-) Zeit ist nicht nur die Zeit des Schenkens, sondern auch der besonnenen Gespräche. Das merkt man der vorliegenden Ausgabe an: Während wir ansonsten meist einen Überschuss an Buchrezensionen haben und uns fragen, wer denn diese Bücher alle verschenken möchte, haben wir diesmal eine erstaunliche (Seiten-) Zahl an Interviews. Eines mit Bernd Riexinger und eines, apropos Weihnachten, Nächstenliebe und so weiter, mit Sascha Girke, der bald vor Gericht muss, weil er geholfen hat, Menschen vorm Ertrinken zu bewahren. Halleluja.

 Ps.: Und neben allen spenden- und solidarisierungswürdigen Projekten, die wir Euch in dieser Ausgabe vorstellen, hätten wir auch noch ein Anliegen in eigener Sache – es liegt dieser Ausgabe bei. In diesem Sinne: Dranbleiben und auf ein gutes Neues!