express 12/2019 ist erschienen!

Inhalt

Gewerkschaften Inland

»Zwischen Assessment Center und Zumba-Gymnastik« – Slave Cubela und Torsten Bewernitz im Gespräch mit Peter Kern Seite 1

»Klassenpolitik ist keine höhere Mathematik« – Die express-Redaktion im Gespräch mit labournet.tv Seite 2

Peter Kossen: »Ohne Gesicht, Namen und Geschichte« – Krasse Ausbeutung von EU-MigrantInnen Seite 4

Peter Kossen: »Flüchtlingshilfe und ArbeitsmigrantInnen« – Der Verein »Aktion Würde und Gerechtigkeit« Seite 4

Fabian Namberger: »Wer reproduziert die Logistik?« – Arbeitsteilung auf der „letzten Meile“ Seite 10

Betriebsspiegel

La Banda Vaga: »Nationales Erneuerungsprogramm, nachgeholt« – Thesenpapier zu Hintergründen und Konsequenzen von „Industrie 4.0“ Seite 6

»Wider die Brandstifter« – ver.di-Fachgruppe Feuerwehr gegen rechtsradikale Tendenzen Seite 8

Internationales

Rainer Thomann: »Aufbruch & Ernüchterung« – Der lange Kampf gegen die Schließung der Eisenbahn-Werkstätten Officine in Bellinzona Seite 12

Julia Soul und Leandro Rodriguez: »Öl, Geld, Lohnentwertung« – Vier Monate Streiks und Blockaden im Öffentlichen Dienst Argentiniens Seite 12

Rezensionen

Torsten Bewernitz: »Unter uns Pastorentöchtern« – Die befreiungstheologische Version der Betriebsintervention Seite 9

Peter Nowak: »Beziehungsweise Betriebsbesetzung« – Arbeiterselbstkontrolle als soziale Bewegung Seite 15

Michaela Meurer: »Konfliktdimensionen verschlagwortet« – Von Agrarbewegung bis Water Grabbing Seite 16

Kurzmeldungen

»Antipasti« Seite 15

In eigener Sache

Abopreiserhöhung Seite 6

Bildnachweise

Eingedenk der aktuellen Ereignisse und Proteste in Chile haben wir diese Ausgabe des express mit Motiven aus der unveröffentlichen Grafic Novel ‚Rebeldia Garten‘ des aus Chile stammenden Künstlers Manuel Rodriguez Navarro illustriert. ‚Rebeldia Garten‘ beschreibt eine Kindheit und Jugend in Chile unter Pinochet. Die kurzen Anekdoten, die mit wenig Text und viel Bildsprache erzählt werden, zeigen Blitzlichter der chilenischen Realität der 1970er und 1980er Jahre auf, die sich sofort mit der Phantasie des Kindes vermischen.

Manuel Rodriguez Navarro sucht noch einen Verlag zur Veröffentlichung von ‚Rebeldia Garten‘. Kontakt unter www.rodriguez-navarro.comoder direkt an diskalkuliko@googlemail.com. Wir danken!

Editorial

Geneigte Leserinnen und Leser,

sie ist keine höhere Mathematik – so urteilen unsere Gesprächspartnerinnen von labournet.tv über die „Klassenpolitik“, die in vieler Munde ist, damit aber noch lange keine Massenpraxis. Vielleicht ist sie ja, wie Bertolt Brecht schon über den Kommunismus wusste, das „Einfache, das schwer zu machen ist“. Im Prinzip nicht kompliziert, aber im Konkreten dann…

Simple Grundrechenarten genügen übrigens prinzipiell auch im Zeitungsgeschäft. Mit ziemlich schlichten Operationen kommen wir schon seit Längerem zu dem Ergebnis, dass die Einnahmen des Hauses kleiner sind als die Ausgaben. Wir können sogar Veränderungen feststellen: Seit Post und Druckerei mehr Geld von uns wollen, wächst die Summe der Ausgaben. Klar. Seit unsere Abo-Zahlen wieder steigen, wächst auch die Summe der Einnahmen. Ebenso klar. Jetzt kommt das Unangenehme, oder, mit einem Schuss Optimismus formuliert, der 5-Jahres-Plan: Die Lücke zwischen der einen und der anderen Summe muss aber kleiner werden, perspektivisch sollte sie sogar ganz verschwinden. Wir müssen das, was auf der einen Seite dazu kommt, auch auf die andere draufpacken, sonst ist hier noch schneller Schicht im Schacht, als unsere Rechenschieber rutschen können. Lirum Larum Löffelstiel: Bitte beachtet unsere Hinweise zur Abopreiserhöhung ab 2020 in dieser Ausgabe.

Auch darüber hinaus gibt es freilich viel, das wir Eurer Aufmerksamkeit anempfehlen. Kurz vorm Fest noch zwei, drei Buchbesprechungen (diesmal nur Empfehlungen!) und zu den Feiertagen auch nochmal Kritik, Kämpfe und Klassenrelevantes: Niederlagen der InstandhalterInnen bei den Schweizer Bundesbahnen im Kampf gegen Modernisierung und Immobilienkapitalisierung, Erfolge der Angestellten und LehrerInnen gegen Geldentwertung und Austeritätspolitik infolge von Ölexportorientierung im argentinischen Winter (S. 12). Egal zu welcher Jahreszeit sollten die Angestellten aber auch in Deutschland nicht rechts liegen oder im Regen stehen gelassen werden, ob im Anzug im Büro (S. 1ff.), als entsandte „Dienstleister“ auf deutschen Schlachthöfen und bei deutschen VermieterInnen (S. 4f.), am heimischen Industrie 4.0-Herd bei der Selbstabschaffung (S. 6) oder auf der letzten Meile der Logistikbranche (S. 10). – so geht Serviceorientierung

Denen, die alle Jahre wieder hadern mit der Frage, ob diesem Krippenfeste und der Christenheit im Allgemeinen überhaupt irgendetwas Positives abzugewinnen ist, überreichen wir mit dieser Ausgabe zwei Texte, die vom christlich motivierten Engagement an der Seite der Armen und Ausgebeuteten handeln.

Teilt das Wort, gehet hin in Frieden, liebet Eure Nächsten und fickt das System.