Inhalt express 02/03 2016

Gewerkschaften Inland

Betriebsspiegel

  • Anton Kobel: »Der Kampf geht weiter!« – über den XXXL-Skandal in Mannheim 1
  • Faire Mobilität: »Erfolg mit Signalwirkung?« – über eine BR-Wahl bei Werkvertragsunternehmen in der Fleischindustrie 4
  • Jörg Nowak/Gregor Zattler: »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« – über die Schwierigkeiten gewerkschaftlichen Handelns hinter Gittern 11
  • Heiko Maiwald: »Rollenwechsel« – über gewerkschaftliche Organisierung bei der Lebenshilfe 14

Internationales

  • Kirsten Huckenbeck / Peter Franke: »Chinesische Arbeitswelten« – über eine neue Broschüre des Forums Arbeitswelten 2
  • Jano Bruchmann/Janis Schneider: »Endlosschleifen« – die europäische »Jugendgarantie« in Spanien 8
  • Willi Hajek: »Emmely lebt weiter« – erfolgreicher Protest gegen eine Kündigung 11
  • Hagen Kopp: »Jenseits der Grenzlinien« – das Alarm Phone und die Forderung nach globaler Bewegungsfreiheit 12
  • Solidaire: »Alles Terroristen« – über den Kampf der entlassenen ArbeiterInnen von SeraPool in der Türkei 14

Rezensionen

  • Fabian Rehm: »Komm zu den Autonomen« – über Robert Foltins »Autonome Theorie – Theorien der Autonomen?« 8
  • Stefan Schoppengerd: »Kommende Kollisionen« – über einen juristischen Kommentar zum Tarifvertragsgesetz 20

Nachruf

  • »Lob des langen Atems« – Roland Roth zum Tod von Andreas Buro 18

Bildnachweise: Die Bilder dieser Ausgabe stammen von flickr.com, wo sie unter Creative Commons-Lizenz bereitstehen. Wer den Text von Anton Kobel aufmerksam liest, wird verstehen, warum Fotos von nackten Stühlen unter Umständen geeignet sind, die Botschaft der Solidarität zu verbreiten.

Editorial

Geneigte Leserinnen und Leser,

der express und schon gar sein Erscheinungsbild gelten vielen als old school. Das ist richtig und doch nicht die ganze Wahrheit. Ein Blick auf die neue Homepage und schon gar auf unseren Facebook-Auftritt zeigt: Wir können auch anders! Fehlt nur noch, dass wir anfangen zu zwitschern…

Aber keine Sorge, neu ist nicht immer besser oder klüger. Etwas old school bleiben nicht nur Format und Layout, sondern auch die Perspektive – trotz Industrie 4.0, trotz des oftmals schon beschworenen Endes der Lohnarbeit oder auch des Abschieds vom Proletariat gilt unser Interesse den (Lohn-)Arbeitsverhältnissen und den darin verborgenen emanzipatorischen Möglichkeiten. Drunter machen wir es nicht. In dieser und den nächsten Ausgaben des express werden wir uns deshalb der Frage widmen, was Lohnarbeit heute ist. Andreas Bachmann diskutiert, wie mühsam erkämpfte Beschränkungen und Schutzklauseln ›regulärer‹ Lohnarbeit mittels Leiharbeit und Werkvertragsarbeit ausgehebelt werden – und welche unrühmliche Rolle dabei Regierung und Gewerkschaften spielen. Jörg Nowak und Gregor Zattler zeigen am Beispiel des Hungerstreiks von Inhaftierten, in welche Widersprüche man hinter Gittern gerät: Mit Arbeit, die Pädagogik sein soll, werden Produkte für den freien Markt hergestellt. Die streikenden Arbeiter im Knast halten sich für Lohnarbeiter und fordern deshalb sowohl den Mindestlohn als auch eine Gewerkschaft. Doppelt freie Lohnarbeit?

Ein wenig anders gelagert ist das Problem der Community Health Worker in Südafrika, von denen wir in der nächsten Ausgabe berichten werden: Weil sie lange Jahre ehrenamtlich gearbeitet haben, gilt das südafrikanische Arbeitsrecht für sie nicht, und auch der Gewerkschaftsdachverband COSATU hat Schwierigkeiten, sie zu organisieren. Nun gründen sie ihre eigene Gewerkschaft. Wir sind so frei… Und wie verhält es sich mit der Expansion der Lohnarbeit in China? Lässt sie auch die Arbeiterbewegung wachsen? Damit beschäftigt sich eine neue Broschüre von Stiftung Asienhaus, Forum Arbeitswelten und express, die wir in dieser Ausgabe vorstellen und Euch sehr ans Herz legen möchten.

2016-02_Nowak_Aufstand-der-Unsichtbaren