Inhalt express 01-02/2017

GEWERKSCHAFTEN INLAND
Christopher Wimmer: »Prekariat und Widerstand« – Notwendige gewerkschaftliche Sisyphusarbeit S. 2
• Jörn Boewe: »Nicht überall ist Bosch« – über eine neue Flexibilisierungsoffensive S. 4
• Stephan Krull: »Arbeitszeitfragen – Machtfragen« – Das neue Jahrbuch Gute Arbeit S. 7
• Marcus Schwarzbach: »Arbeit im Visier« – Über das Regierungs-Weißbuch 4.0 und Unternehmer-Kämpfe gegen Schutzgesetze S. 8
• Burghard Flieger/Peter Monien: »Quadratur des Kreises?« – Über die IT-Genossenschaft 4freelance S. 9
• »Auch am Gewerkschaftsstammtisch« – Interview zur StammtischkämpferInnenausbildung gegen Rassismus bei ver.di S. 12
• Slave Cubela: »Wiederentdeckung statt Entdeckungsfahrten« – Anmerkungen zu Oliver Nachtweys »Abstiegsgesellschaft« S. 15

BETRIEBSSPIEGEL
• »Wer trägt die Tendenz?« – Urteil des LAG Berlin zur Mitbestimmung in der Behindertenassistenz S. 6
• »Runter vom Lehrstuhl, rein ins Department« – Tagung zu Arbeitsbedingungen des universitären Mittelbaus S. 16
• Unter_bau: »Schule gegen den autoritären Charakter« – Bewerbung um die Stelle als Kanzlerin der Goethe-Universität S. 18

INTERNATIONALES
• Stefan Schoppengerd: »Hohle Herrschaftsinszenierung in Hamburg« – Der kommende G20-Gipfel S. 1
• »Ortstermin« – Vorbereitungen auf die Proteste beim G20-Gipfel S. 4
• Peter Nowak: »Wir erlauben uns die Freiheit…« – Film über die autonome ArbeiterInnenbewegung in Italien S. 5
• TIE Germany: »Mit aller Gewalt gegen Gewerkschaften« – Repressionswelle in Bangladesch S. 8
Kim Moody: »Wer hat Trump ins Weiße Haus gebracht?« – über US-Wahlen S. 12
• »Wider den Terror der Paramilitärs!« – zur Ermordung des Gewerkschaftsaktivisten Aldemar Parra Garcia in Kolumbien S. 14

REZENSIONEN
• Rudolph Walther: »Schicksal einer Autobiographie« – Die politische Instrumentalisierung von Eribons »Rückkehr nach Reims« S. 11
• Willi Hajek: »Vom Kampf ums Recht« – Rolf Geffkens Beiträge »zum komplizierten Verhältnis von Recht, Arbeit und Justiz« S. 20

Bildnachweise:

Die Bilder dieser Ausgabe stammen aus verschiedenen Quartetten – also Kartenspielen, deren Sinn zu verstehen man irgendwann mal unter 12 Jahren alt und mutmaßlich männlichen Geschlechts gewesen sein muss. Angefangen haben diese „Weltquartette“ mit einem Tyrannen-Quartett, indem die „übelsten Diktatoren der Welt auf 32 Spielkarten“ versammelt waren. Da die Welt so reich an Tyrannen ist, gab es schnell auch noch Tyrannen II und III, Tyrannen-Klassiker und nun brandneu und politisch korrekt: das Tyranninnen-Quartett. Auf Tyranninnen II, III und IV warten wir noch, bis die Frauenbewegung eine Quote bei den Staatslenkern durchgesetzt hat. So lange kann man auch das Marienerscheinungen- (alle weiblich), oder Seuchen-, Rauschgift-, Ungeziefer-, Atomkraftwerke- oder Öltanker-Quartett spielen. Wir danken den Machern der Quartette für die Bereitstellung der Bilder.

Zu beziehen sind die Quartette auf: www.weltquartett.de/index.html

Editorial

Geneigte Leserinnen und Leser,

erledigen wir erst einmal den Papierkram: Wer an uns, oder genauer: an die AFP e.V. als Herausgeberin des express gespendet hat, kann dies steuerlich geltend machen. Entsprechende Belege werden von unserer Finanzabteilung verschickt. Für Beträge bis 200 Euro genügt dem Finanzamt eine Kopie des Kontoauszuges, die selbstredend aber um ein Formular ergänzt werden muss. Dieses findet Ihr auf unserer Internetseite. So, wenn das geschafft ist, können wir persönlicher werden: Danke schön! Danke allen SpenderInnen, die sich bereits an den lebensverlängernden Maßnahmen beteiligt haben. Wir wissen das sehr zu schätzen.
Der express-Jahrgang 2017 beginnt spät, aber dafür dicker und auch inhaltlich schwergewichtiger als sonst. In der Bildstrecke werden diesmal die Spitzenleistungen von – größtenteils historischen – Tyranninnen und Tyrannen verglichen. Die politische Meisterklasse der Gegenwart muss man vielleicht nicht tyrannisch nennen, aber Anlass zu Kritik bietet sie allemal: Kim Moody knöpft sich die Empirie zum neuen Empire vor und fragt, wer eigentlich für den Wahlsieg von Donald Trump verantwortlich ist. Der Mann, der die Märkte inspiriert, wird auch zu jenen Spitzenkräften zählen, die sich Anfang Juli beim G20-Gipfel in Hamburg treffen – wozu eigentlich, wird ungewisser, je genauer man hinsieht. Mehr dazu im Artikel von Stefan Schoppengerd.
Vorwiegend virtuell und dennoch mächtig ist ein anderer Star der Gegenwart, der gut zur Tyrannin der Zukunft werden könnte: Die Industrie 4.0 macht viel von sich reden und soll demnächst die ganze Arbeitswelt umkrempeln. Ob dieser technologische Schub und die fortschreitende Digitalisierung auf Kosten der Lohnabhängigen gehen wird, ist freilich keine technische, sondern zuvorderst eine politische Frage. So widmen sich mehrere Texte dieser Ausgabe den Möglichkeiten von Gegenwehr und Selbstorganisation mit Blick auf die Arbeitswelt der gar nicht so fernen Zukunft in der »Wolke«. Die irdischen Grundlagen für Prekarität, Arbeitsintensivierung und Entfremdung werden jetzt produziert – ebenso ihre Aufhebung. Davon zeugen die Texte von Christoph Wimmer, Peter Monien, Burghard Flieger und Willi Hajek. Und zu guter Letzt fragen wir immer – diesmal aber explizit – danach, in welcher Gesellschaft wir eigentlich leben; die Antwort von Oliver Nachtwey sehen wir mit Slave Cubelas Hilfe kritisch.