Inhalt express 11/2017

Gewerkschaften Inland

Betriebsspiegel

  • Benedikt Hopmann: »Handeln gegen die eigene Kreuzigung« – Erwiderung auf den Artikel von Werner Volz 10

Internationales

Rezensionen

  • Peter Nowak: »Die ›soziale Frage‹ transnationalisieren« – Stefan Dietls Buch über die sozialpolitischen Konzepte der AfD 6
  • Rudolf Walther: »Stets links der Mitte« – Philipp Kufferaths Buch über Peter von Oertzen 9
  • Anne Allex: »Beistand in Einstandsfragen« – Neuer Ratgeber für Wege durch den Dschungel der Sozialgesetzbücher 16

Bildnachweise

Auch wenn sie oft so erscheinen: »Grenzen« sind nicht naturgegeben, sie existieren vielmehr nur, weil wir sie setzen und damit ein Diesseits von einem Jenseits unterscheiden und markieren. Das setzt voraus, dass man sie bereits überschritten hat und weiß, dass es die andere Seite gibt, um sie überhaupt ziehen zu können. Diese Überschreitungen halten Carlos Spottorno und Guillermo in ihrer auf einem Reisetagebuch und einem Fundus von rund 25.000 Fotos beruhenden Grafic Novel fest. Von Afrika bis in die Arktis dokumentieren sie das permanente Setzen, Ziehen und Überschreiten von Grenzen Europas. Nicht nur in philosophischer Hinsicht, sondern auch politisch spannend gehen sie dabei der Frage nach, welche sozialen Risse dem Artefakt Grenze zugrunde liegen und damit scheinbar Äußerliches verbinden. Für ihre Dokumentation der Risse im »Gebäude Europa« gab es den World Press Award. Wir danken dem Verlag herzlich für die Abdruckgenehmigung und empfehlen – vor dem Einsturz: Carlos Spottorno, Guillermo Abril: »Der Riss«, avant-Verlag 2017, 177 Seiten, 32 Euro, ISBN 978-3-945034-65-1

Editorial

Geneigte Leserinnen und Leser,

unsere letzte Ausgabe – Ihr erinnert Euch bestimmt an die Bilder aus der Arbeiterbewegungshochburg Chicago! – hat manche Reaktion provoziert. Während der Versuch, mit der August Spies-Gesellschaft aus der Geschichte zu lernen, von einigen mit großem Wohlwollen aufgenommen wurde, sind andere Beiträge auf deutlichen Widerspruch gestoßen. Erfreulicherweise wurde der Dissens zu Papier gebracht und findet seinen Weg in den express: Benedikt Hopmann widerspricht der Einschätzung von Werner Volz, dass der Kampf gegen Werkverträge in der Industrie eher mit dem  Florett der »Mikropolitik« als mit Arbeitskämpfen zu gewinnen wäre. Zumindest in Bremen sei der Streik ohne Alternative gewesen. Robert Schlosser äußert mit der langjährigen Erfahrung eines Betriebs-Radikalen im Gepäck sein Unverständnis über Rolf Geffkens Thesen zur Rolle von Betriebsräten, die wir zur Nachbereitung der Tagung »Ostwind« dokumentiert hatten. Auch will er Wolfgang Schaumbergs Plädoyer für eine Orientierung linker AktivistInnen auf Großbetriebe so nicht stehen lassen.

In der Redaktion geht es ebenfalls kontrovers zu, jedenfalls, was die Analyse des Zusammenhangs von rechten (Wahl-)Erfolgen und der sog. »sozialen Frage« betrifft. Einen Beitrag dazu liefert in dieser Ausgabe die »AG Wahlbeobachtung«; es wird nicht der letzte gewesen sein.

So, jetzt aber schnell wieder versöhnlich werden, denn was noch bleibt, ist der Hinweis auf unseren Spendenaufruf, der auch dieser Ausgabe wieder beiliegt, und der hoffentlich den Weg in Eure Herzen findet. Na ja, Hirn oder Hand wären auch ok.