Inhalt express 8/9 2018

Gewerkschaften Inland

  • Stefan Schoppengerd: »Was kommt nach den Fallpauschalen?« – Es bewegt sich was in der Pflege 1
  • »Freibier für die Pflege?« – Gesetzesänderungen auf Bundesebene 2
  • »Mit Klemmbrett und Kuli« – Volksbegehren gegen Pflegenotstand 2
  • »Zweierlei Ausstellung« – Erklärendes zu den Bildern diese Ausgabe 4
  • Wolfgang Hien: »Bitte tief einatmen!« – Dieselmotoremissionen und das Versagen der deutschen Arbeitsmedizin 6
  • Kathrin Vogler: »Konversion der Rüstungsindustrie« – Kein Thema für die Bundesregierung? 8
  • Luz Kerkeling: »Andere Welten vor der Haustür« – Neues Bildungsprojekt von Zwischenzeit e.V. 11

Betriebsspiegel

Internationales

Rezensionen

  • Anne Allex: »Bericht eines Überlebenden« – Die Autobiographie von Horst Selbiger 10
  • Johannes Schulten: »Auftanken für Klassenkampf« – Das Album »Auf neuen Routen« von Kai Degenhardt 10
  • Torsten Bewernitz: »Aus Parteilegenden kann man keine Lehren ziehen« – Willy Huhn, ein Kritiker mit Macken 11

Bildnachweise: 2018 als Jahr der Jubiläen ist auch ein Jahr der mu­sealen Aufarbeitung dieser Ereignisse. Die zentrale Ausstellung zum Matrosenaufstand findet sich noch bis März 2019 in Kiel. Eine ganz andere Art der historischen Aufarbeitung zeigen die Fotos von Jan Banning, der die Revolutionen 1917/1918 als Anlass für seine Bestandsaufnahme des aktuellen Kommunismus in Parteigestalt nimmt. Hintergründe zu beiden Ausstellungen liefern wir auf S. 4 und 5. Wir danken der Stadt Kiel, dem Zephyr Mannheim und Jan Banning für die Zurverfügungstellung der Fotos.

 

Editorial

Geneigte Leserinnen und Leser,

hauptsächlich ist es Horst Seehofer zu verdanken, dass das Sommerloch dieses Jahr ausgefallen ist. Weit und breit keine entfleuchten Boa Constrictors oder Krokodile in der Medienlandschaft. Aber Sommerlochloch hin oder her – unsere AutorInnen (wie auch Teile der Redaktion) waren offenbar dennoch im wohlverdienten Urlaub. Trotz Debattenstoff also eine gewisse Artikelflaute. Daher haben auch wir uns im August dazu entschieden, eine Pause einzulegen – und legen jetzt mit einer Doppelnummer nach.

Kaum ist der meteorologische Sommer vorbei, fällt allerdings zumindest den Online-Medien ein, dass Eichhörnchen-Schicksale vielleicht höhere Klickzahlen bringen als ertrinkende Flüchtlinge. Das Sommerloch scheint in den Herbst verschoben, obwohl es genug zu berichten gibt.

So hatten wir auch nur wenig Schwierigkeiten, diese Ausgabe für Euch zu füllen, zumal uns „unser“ Sommerloch ja die Gelegenheit gab, ausführlich zu recherchieren. Das Ergebnis ist vor allem der Schwerpunkt Pflege und Krankenhäuser in dieser Ausgabe. Während sich Hans-Georg Maaßen um Kopf und Kragen redet und daher nach dem Peter-Prinzip nach oben wegbefördert wird, muss Jens Spahn wohl weiter den Gesundheitsminister machen, obwohl er sowas sagt wie: „Wenn von einer Million Pflegekräften 100.000 nur drei, vier Stunden mehr pro Woche arbeiten würden, wäre schon viel gewonnen“. Da sowohl die PflegerInnen als auch die zu Pflegenden genau wissen, dass das keine Lösung sein kann, wird die Sache in die eigenen Hände genommen mit zahlreichen Initiativen für Volksentscheide und mit innovativen Tarifforderungen.

Nicht nur vor unserer Haustür, auch global finden interessante Kämpfe statt: Die rumänischen WanderarbeiterInnen tragen den Protest in ihr Heimatland zurück, chinesische ArbeiterInnen und ihre studentischen UnterstützerInnen wehren sich bei der Firma Jasic in Shenzen, und türkische Bauarbeiter kämpfen für bessere Bedingungen bei Erdogans größenwahnsinnigem Flughafenprojekt in Istanbul.

Viel zu oft geht es dabei unserem Eindruck nach nicht um echten Fortschritt in den (post?)-demokratischen Zuständen und den Arbeitsverhältnissen, sondern bloß um die Abwehr von immer neuen und krasseren Zumutungen. Und obwohl man da mitunter dazu neigen könnte, dem Fatalismus von enttäuschten Rätekommunisten wie Willi Huhn zu verfallen, zeigen die zahlreichen Bewegungen auf der ganzen Welt doch stets aufs Neue: Das „Prinzip Hoffnung“ ist nicht totzukriegen. Man muss die, die es am Leben halten, nur sehen und hören wollen. Mühsam ernährt sich eben das Eichhörnchen, aber es ernährt sich. Wir wünschen erbauliche Lektüre!