Inhalt express 2-3/2019

Gewerkschaften Inland

Betriebsspiegel

Internationales

  • Slave Cubela: »Parallelgesellschaftlicher Zerfall« – Christophe Guilluys Analyse des gegenwärtigen Frankreich            S. 11
  • Peter Nowak: »Von wegen ›Einfach gut‹« – McDonalds kämpft in Marseille mit brachialen Mitteln       S. 11
  • »Wie viele Tote denn noch?« – Erklärung zum Hungerstreik malischer EisenbahnerInnen    S. 13
  • Gabriel Kuhn und Micke Nordin: »Friede den Palästen« – Zur drohenden Einschränkung des schwedischen Streikrechts           S. 14
  • IndustriALL: »Widerstand macht schön!« – Fast 300 Tage Arbeitskampf beim türkischen Kosmetikunternehmen Flormar   S. 15
  • Kav LaOved: »Der Wert der Abgrenzung« – Zur politischen Ökonomie der Beschäftigung palästinensischer ArbeiterInnen in Israel            S. 16
  • medico: »Die drohende Katastrophe verhindern« – Erklärung zu den türkischen Kriegsdrohungen in Rojava / Nordsyrien         S. 20

Rezension

  • Renate Hürtgen: »Nichts als Staatskapitalismus?« – Djilas, Mandel und Huhn streiten über den Zustand der Gesellschaft nach der Revolution     S. 18

Kurzmeldungen

  • Antipasti   S. 8

Bildnachweise

Auf den Bildern dieser Ausgabe ist zweierlei zu sehen. Sie illustrieren das Titelthema Logistik in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen. Und sie verdeutlichen, dass eine Zeitung wie die unsere mit ihrem Namen zwar einerseits einer gewissen Verwechslungsgefahr unterliegt, andererseits aber nicht viel dafür tun muss, dass dieser Name um die Welt geht. Sie stammen von Flickr.com, wo sie unter Creative Commons-Lizenz veröffentlicht sind. Mit Ausnahme des Bildes auf der Titelseite, das hat Autor Julian Stenmanns selbst aufgenommen. Vielen Dank!

Editorial

Geneigte Leserinnen und Leser,

nach dem vorsichtigen Streik-Enthusiasmus des heranbrechenden Jahres haben wir wieder zurück auf den harten Boden der Tatsachen gefunden. Euch, geneigte Leserinnen und Leser, wird vielleicht auffallen, dass in der vorliegenden Ausgabe Skepsis dominiert: Skepsis angesichts der logistischen Zurichtung des afrikanischen Kontinents (S. 1), angesichts eines »parallelgesellschaftlichen Verfalls« in Frankreich und vielleicht auch in Deutschland (S. 11), Skepsis angesichts der Krise der Demokratie (S. 4), angesichts der Streikrechtseinschränkungen in Schweden (S. 14), angesichts der israelischen Arbeitsmarktpolitik (S. 16) oder auch angesichts der leeren Kasse im Büro.

Ja, wird denn überhaupt nicht mehr gekämpft? Oder haben unsere AutorInnen den Pessimismus für sich entdeckt? Wir wissen ja: OptimistInnen kennen nur nicht alle Fakten. Aber wir wissen mit Ernst Bloch und um uns Anton Kobel anzuschließen (S. 6) ebenso um das »Prinzip Hoffnung«, das sich sowohl auf die Arbeitskämpfe als auch auf die Situation des express anwenden lässt. Das zarte Pflänzlein des Arbeitskampfs blüht nicht nur in der Türkei (S. 15), sondern auch bei McDonald’s in Frankreich (S. 11) und sogar im schwarz-blauen Österreich, wo ein einzelner Betriebsrat mit seinen Waffen gegen Deutschlands mächtigsten Kriegsutensilienhersteller kämpft (S. 8).

Letzteres Beispiel zeigt uns auch: Oft hängt der Erfolg im Kampf zwischen Kapital und Arbeit von Einzelpersonen ab. Damit aus zarten Pflänzlein auch mal blühende Landschaften werden, braucht es auch uns, und damit seid ihr, geneigte Leserinnen und Leser, ebenso gemeint wie wir selbst mit unserem Zeitungsprojekt. In diesem Sinne möchten wir – um auf das Stichwort leere Bürokasse zurückzukommen – darauf hinweisen, dass wir auch außerhalb der Weihnachtszeit gerne Spenden entgegennehmen (S. 20). Noch lieber sind uns aber neue LeserInnen. Deshalb machen wir unseren BestandsabonnentInnen hiermit ein unanständiges Angebot: JedeR AbonnentIn, die uns eineN NeuabonnentIn verschafft, spendieren wir eine schicke express-Leinentasche! Hot as Fuck, wie ein junger Freund des Hauses sogleich bemerkte – und dabei sowas von klimaneutral.

Aber bitte: Den express darin nicht nur herum- und in die Welt tragen, sondern auch lesen oder vorlesen (lassen). Erbauliche Lektüre mit unserem Beitrag zum Klimawandel!