Inhalt express 1/2019

Gewerkschaften Inland

  • Yanira Wolf: »Nur der Wille zählt?« – Anmerkungen zum Frauen*streik S. 1
  • Anton Kobel: »Mitgliederrückgang verlangsamt« ver.di vor dem Bundeskongress           S. 4
  • Herbert Schedlbauer: »Umbau ver.di« – Rechen-schieber statt gewerkschaftspolitische Analyse          S. 4
  • Oliver Steinke: »Gefährliches Nachfragen« – Racial Profiling, Zivilcourage und Eskalation bei einer Polizeikontrolle in Mannheim   S. 6
  • IG BAU: »Haltung zeigen, auch gegen AfD!« – IG Bau beschließt Grundsätze gegen Rechts    S. 8

Betriebsspiegel

  • Hans Stephan: »In drei Schichten vorm Tor« – Der Streik bei Neue Halberg Guss           S. 5
  • Stefan Schoppengerd: »Christlich-humanistisch gegen Betriebsrat und Gewerkschaft« – Winkelzüge des St. Elisabeth-Vereins Marburg    S. 7

Internationales

Kurzmeldungen

  • Antipasti         S. 10

Aufruf

  • »Wunschkandidat der Märkte« – Aufruf zur Solidarität mit brasilianischen KollegInnen und gegen jede Unterstützung der rechtsextremen Bolsonaro-Regierung durch deutsche Unternehmen S. 16

Bildnachweise: Da das mit den Arbeiterräten schon ein wenig her ist, hat sich das Wiener Papiertheater Zunder der Sache angenommen und erklärt in dem Stück »Pannekoeks Katze – Die Sache mit den Räten« noch einmal, wie das denn damals so war. Doch Obacht: Aufmerksame ZeitgenossInnen werden sicher feststellen, dass es räteähnliche Organisierungsversuche nicht nur auf Papier, im Theater oder im Museum, sondern immer mal wieder und ganz real gibt – aktuell zum Beispiel in den Versammlungs- und Kommune-Vorschlägen der Gelbwesten (S. 2f.) in eben jenem Land, das 1871 eine Commune erlebte, die als Grundstein des Rätegedankens gilt.
Die Papiertheaterfiguren stammen von Martina Bartik, die verwendeten Fotos wurden von Daniel Jarosch und Michael Bodenstein »geschossen«. Dokumentiert ist »Pannekoeks Katze« übrigens demnächst in dem Sammelband »Die Rätebewegung in Österreich. Von sozialer Notwehr zur konkreten Utopie«, herausgegeben von Anna Leder, Mario Memoli und Andreas Pavlic im Wiener Mandelbaum-Verlag. Eine Rezension folgt in einer der nächsten Ausgaben.

Editorial

Geneigte Leserinnen und Leser,

begrüßt auch Ihr das neue Jahr mit dem trotzig-optimistischen »2019 wird im Zeichen des Streiks stehen« der Transnational Social Strike Platform? TSS »plant« einen transnationalen Kampf, um zu einer »kraftvollen politischen Macht« zu werden – lest selbst in unserem Interview (S. 11f.).

Gut, ver.di hat ab dem 2. Januar die Geldtransportfirmen bestreikt, unterstützt von KonsumentInnen-Massen, die an den Rest ihres Weihnachtsgeldes wollten. Es geht aber durchaus noch einige Nummern größer: Der Generalstreik gegen Modis Arbeits- und Streikgesetz in Indien am 8./9. Januar gilt mit ca. 200 Mio. TeilnehmerInnen gleich als der größte Streik der Menschheitsgeschichte. Aber selbst, wenn es ›nur‹ um 70.000 Streikende geht, wie in den als Zulieferstandorte beliebten Maquiladoras an der Nordgrenze Mexikos (S. 12), ist das schon eine ordentliche Hausnummer – darüber aber absolutes Stillschweigen in den Medien.

Spätestens wenn wir dann im Februar von der vierten ›Streikkonferenz‹ der Rosa-Luxemburg-Stiftung und ihrer gewerkschaftlichen Partner heimkehren, ist der Enthusiasmus vermutlich auch bei uns durchgebrochen, zumal parallel das zweite bundesweite Frauen*streik-Treffen in Berlin stattfindet (siehe Yanira Wolf auf S. 1). Nach der Stellungnahme der ver.di-Frauen aus NRW könnte die anfängliche Skepsis gegenüber der Idee, das »Momentum« von »Bewegung(en)« zu importieren, dem Glauben daran weichen, dass vielleicht doch etwas werden könnte aus den großen Plänen für den 8. März – auch wenn der Frauen*streik sicher kein Streik wird (S. 10). Jedenfalls, hier teilen wir die Skepsis unserer Autorin und kehren auf den harten Boden der Tatsachen zurück, nicht an diesem, sondern vielleicht an irgendeinem zukünftigen 8. März.

Dieser Boden der Tatsachen ist aber vielleicht auch ein solides Fundament, auf das man bauen kann – z.B. unsere eigenen kollektiven Zukunftsplanungen: Im Laufe des Jahres 2019 wollen wir den express auf solide Füße stellen, befassen uns mit der Geschichte des Sozialistischen Büros und wollen unsere Arbeit zum Thema Logistik fortsetzen. Um das alles planen zu können, machen wir den nächsten express als Doppelnummer im März. Apropos Logistik: Die Zustellung des express 12/2018 ist aufgrund eines Vertriebsfehlers partiell gescheitert. Dafür entschuldigen wir uns. Die komplette Druckausgabe steht als PDF auf unserer Homepage.

In diesem Sinne wünschen wir Euch, z.T. spät, dafür aber erst recht ein frohes und gerne streikreiches Jahr 2019!