Spendenaufruf für den express

Liebe Leserinnen und Leser,

einer der ganz großen Reformer unserer Tage hat etwas erkannt, das er für eine kopernikanische Wende hält und das wir Euch nicht vorenthalten wollen: Götz Werner, Grundeinkommensverfechter und Gründer der Drogeriekette dm, ist anlässlich der Einstellungsgespräche, die er in seiner Funktion als Chef führen musste, klar geworden: „Es gibt Menschen, die bei uns arbeiten, weil sie das Geld brauchen“! (Süddeutsche Zeitung vom 26./27. November) Ist das nicht unglaublich? Aber besser eine späte Erkenntnis als keine, könnte man festhalten. Moralisch findet er das als Unternehmer allerdings gar nicht so „super“, wie die SZ annimmt, denn diese Menschen kommen lt. Werner tatsächlich nur, „um Geld zu verdienen“. Und das reicht eben nicht, denn sie sollen sich, bitte schön, auch „einbringen“. Vornehmste Aufgabe eines Unternehmers müsse es also sein, dafür zu sorgen, dass all diese Menschen es sich leisten können zu arbeiten, um sich einzubringen – für sich, für ihn, für’s große Ganze. Es ist nämlich keineswegs so, wie wir bislang immer angenommen hatten, sondern genau andersrum: „Das Einkommen eröffnet die Möglichkeit zu arbeiten“. Und dessen Bezahlung darf gerne die Allgemeinheit übernehmen…

Nun haben wir keineswegs vor, dem Selfmade-Philosophen an dieser Stelle auseinander zu legen, welche Kleinigkeiten in seiner Weisheit unter den Tisch fallen – dazu sei auf den express verwiesen, der Monat für Monat beredtes Zeugnis über die Zwänge freier Lohnarbeit ablegt.

Aber eines wissen wir genau, und das muss hier gesagt werden: Reich wird man nicht, „weil man viel für andere geleistet hat“ (ebd.). Denn dann wären wir es, und alle, die lohnarbeiten müssen, auch – und viele andere nicht, die es aber sind. Über diese und weitere Verkehrungen und Verkehrtheiten wird an anderer Stelle weiter zu reden sein. Vorerst hält der express aber auch im bald 54. Jahr seines Bestehens an der Einsicht fest, dass der kapitalistische Normalbetrieb das Problem und keineswegs die Lösung ist. Und wir arbeiten mit wenig Einkommen und viel Ehrenamt, als Redaktion und gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern weiter daran, dass die Voraussetzung dafür, sich einzubringen für ‚andere‘, für die Gesellschaft an die Aufhebung von Lohnarbeit und Entfremdung gebunden ist.

Dafür erhält er ‚naturgemäß’ weder Unternehmens-Boni noch staatliche Alimente. Finanziell war und ist er nach wie vor unabhängig – auch von ihm politisch nahe stehenden Organisationen, Gewerkschaften oder Parteien. Nun ist uns nicht nur eine Einkommensquelle – die Umlage der Nutzungsvergütungen für Gedrucktes und deren Verteilung auf Autor*Innen und Verlage über die VG Wort – abhandengekommen, die VG Wort verlangt zudem auch eine Rückzahlung von 9.000 Euro. Das schaffen wir nicht aus eigener Kraft, sondern nur mit Eurer Hilfe.

Der express ist deshalb dieses Jahr ganz besonders auf Umverteilung in der Klasse, und das heißt auch: auf finanzielle Unterstützung seiner Leser*innen und Unterstützer*innen angewiesen.

Den Preis für unsere Arbeit und deren speziellen ‚Mehrwert‘ können und wollen wir nicht allein über die Abo-Preise reinholen: Eine Kostendeckung lässt sich angesichts der zunehmenden Zahl von Studierenden, Hartz IV-Aufstocker*innen und Niedriglöhnern unter den LeserInnen weder erreichen noch verantworten. Wir haben deshalb ein solidarisches Abo-Preissystem entwickelt und hoffen (nicht nur) dafür auf Eure (finanzielle) Solidarität, sondern auch für all die Umtriebigkeiten, an denen wir uns außerhalb unserer Druckauflage beteiligen. Und dafür brauchen wir Geld – in jedem Fall mehr als jene 411 Euro, die Herr Werner als Existenzminimum für ausreichend hält, um im und mit dem Kapitalismus „paradiesische Zustände zu schaffen“.

Bitte spendet also einen Teil Eures Geldes für den express, und/oder gönnt Euch oder Freund*innen und Bekannten ein Abonnement des express. Das regelmäßige Erscheinen des express, unsere Öffentlichkeitsarbeit und Arbeit am Öffentlichen sind Eure krisensichere Rendite. Und dafür gibt’s auch noch eine steuerabzugsfähige Zuwendungsbescheinigung (Spendenquittung)!

Wir möchten uns bei Euch schon im Voraus für Eure Unterstützung bedanken und wünschen Euch und uns nicht nur eine erfolgreiche Spendensammlung, sondern einen guten Jahresabschluss und ein umwerfendes neues Jahr!

Die Redaktion des express
Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für politische Bildung (AFP) e.V.

Abo-Bedingungen in der rechten Leiste unter „Bezug“! 

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